CORONA aktuell

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Dekan Thomas Schalla schreibt am 3.11.2020:

„Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten“  (Jer. 31,9)

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Schwestern und Brüder,

das biblische Motiv für den November aus dem Prophetenbuch Jeremia leitet uns auch in die Herausforderungen der kommenden Wochen. Die Corona-Pandemie hat den Alltag in unserem Land wieder stark verändert. Viele Bereiche unseres kulturellen und gesellschaftlichen Lebens werden wieder heruntergefahren – die wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Folgen für die Einzelnen und unsere Gesellschaft stehen uns noch aus den Erfahrungen im Frühjahr vor Augen.

Es ist darum wichtig, dass unsere Kirche in den Gemeinden und ihren Werken und Diensten die Menschen in diesen Wochen begleitet. Wir sind froh darüber, dass auch nach den neuesten Verordnungen der Landesregierung und der Landeskirche Gottesdienste auch weiterhin mit den entsprechenden Schutzkonzepten möglich sind. Sie werden in diesen Wochen für manche die einzige Möglichkeit sein, mit anderen in Kontakt zu kommen und einen Ort für Kummer und Trost zu finden. Wir schützen den Bereich der Gottesdienste auch dadurch, dass wir verantwortungsvoll mit Angeboten in den anderen Bereichen der Gemeindearbeit umgehen.

Die Verordnungen der Landeskirche gelten in den einzelnen Bereichen auch für Gemeinden, Werke und Dienste der Evangelischen Kirche in Karlsruhe.

Sie finden Sie auf der entsprechenden Homepage der Landeskirche.

Auf einige Punkte weise ich gesondert hin:

Gottesdienste
Die Gottesdienste können unter Einhaltung der Schutzkonzepte weiterhin gefeiert werden. Wichtig ist vor allem, dass im Freien und in den Kirchen kein Gemeindegesang oder lautes Mitsprechen der Liturgie erlaubt sind. Die Mund-Nasenbedeckung muss immer getragen werden. Zu den notwendigen Schutzkonzepten für die Gottesdienste gehört auch die Dokumentation der Besucherinnen und Besucher. Das ist in den Gemeinden sehr gut eingespielt – herzlichen Dank für die große Mühe, die Haupt- und Ehrenamtliche dafür aufbringen.

Für die Aufrechterhaltung der Gottesdienstfeiern vor Ort ist entscheidend, dass wir verantwortlich mit dem Begriff des Gottesdienstes umgehen. Andachten können als Gottesdienste betrachtet werden. Meditationsangebote, kirchenmusikalische Konzerte, Vorträge, Tanzveranstaltungen o.ä. sind keine Gottesdienste und sollten auch nicht als solche definiert werden.

Kirchenmusik
Kirchenmusikalische Arbeit ist in analoger Form nur im Zusammenhang mit dem Gottesdienst und in kleinen Ensembles unter Beachtung der Schutzkonzepte möglich. Auch die dafür notwendige Probenarbeit ist möglich. Alle anderen kirchenmusikalischen Veranstaltungen müssen ausfallen oder in digitaler Form stattfinden.

Der Einzelunterricht für Stimme, Orgel oder Blasinstrumente ist unter Beachtung der Schutzkonzepte weiterhin möglich.

Gemeindearbeit
In den Gemeindehäusern ist die Konfirmandenarbeit weiterhin möglich, auch Krabbelgottesdienste, Kindergottesdienste, Nutzung durch Kindertagestätten oder Schulen ist in den Gemeindehäusern weiterhin erlaubt. Alle Gremien, die der Selbstverwaltung dienen, können ebenfalls tagen. Bitte machen Sie trotzdem von der Möglichkeit Gebrauch, die Sitzungen in digitaler Form durchzuführen. Auch hier haben wir mittlerweile viel Erfahrungen sammeln können.

Schwieriger ist die Öffnung von Gemeindebibliotheken zu beurteilen. Sie ist durch die Regelungen nicht ausgeschlossen. Das Krisenteam rät aber dringend, sehr genau zu prüfen, ob das vor Ort verantwortlich geschehen kann. Die Gemeindeleitungen tragen Verantwortung auch für die Mitarbeitenden. Sie dürfen nicht gezwungen werden, sich unnötigen gesundheitlichen Gefahren auszusetzen.

Alle anderen Veranstaltungen in unseren Gemeindehäusern (Gruppen und Kreise), Vermietungen oder Bewirtungen sind durch die Corona-Verordnungen des Landes nicht möglich und müssen in den kommenden Wochen leider unterbleiben.

Heizung in den Kirchen

Die Heizung der Kirchen in der Winterperiode stellt eine besondere Herausforderung für die Schutzkonzepte dar. Die Landeskirche hat dazu bereits vor einigen Wochen Hinweise und Empfehlungen gegeben. Je nach Heizungssystem sind besondere Sicherheitsmaßnahmen notwendig;  gegebenenfalls muss die  Heizung in den Kirchenräumen während des Gottesdienstes abgestellt werden.  Möglich ist, die Kirchen vorzuheizen. In den meisten Fällen muss dann aber 30 Minuten vor dem Gottesdienst die Heizung wieder abgestellt werden. Im Hintergrund steht die Gefährdung der Menschen durch wirbelnde Aerosole in den Kirchen. Bitte beachten Sie dafür die Hinweise der Landeskirche ( https://www.ekiba.de/html/media/dl.html?v=203598).

Wir wissen, dass es für die Gottesdienstgemeinde, aber auch für die Kirchenmusik, eine große Belastung und Einschränkung darstellt. Es gibt aber leider keine andere Möglichkeit in diesen Monaten, als die Gemeinde zu bitten, für ausreichend warme Kleidung oder Decken zu sorgen.

Die Regelungen werden in vielen Bereichen unseres kirchlichen und gemeindlichen Lebens zu Einschränkungen führen. Wir werden Kraft, Liebe und Besonnenheit brauchen, um nahe bei den Menschen zu bleiben und zugleich die erhöhte Gefährdungslage zu berücksichtigen. Wir brauchen es auch für den barmherzigen Umgang miteinander.

Ich danke Ihnen für allen Trost und alle Hoffnung, die Sie den Menschen in den Gottesdiensten in den kommenden Wochen nahe bringen.

Gott segne Sie und stärke Sie für die kommenden Aufgaben.

 

Geschwisterliche Grüße

Thomas Schalla